Musik zu Johannes Kepler

 

Anlässlich der Ausstellung "400 Jahre Johannes Kepler in Graz" wurde im November 1994 im Minoritensaal ein Fest für Johannes Kepler veranstaltet. In diesem Rahmen wurden aufgeführt:

Grazer Keplerspatzen: Musik aus Keplers Zeit

Hans Leo Haßler: Nun fanget an (mp3-Datei: 1,16', 1,17MB)
Giovanni Gastoldi: A lieta vita - An hellen Tagen  (mp3-Datei: 1,36', 1,48MB)
Texte

Sepp Spanner: He, Jupiter!

Orchester des Musikgymnasiums Dreihackengasse
Leitung: Ernest Hoetzl

 

Sepp Spanner: He, Jupiter! (mp3-Datei: 9,49', 9MB)
Fantasie über das Jupiter-Thema von Kepler (Uraufführung)
Zum Stück:
Die musikalischen Figuren, die J. Kepler den Planeten zuordnete, ergaben sich aus den wechselnden Winkelgeschwindigkeiten während der Bahnumläufe. So erhielt der Merkur mit seiner stark elliptischen Bahn ein Thema, das vom Umfang her eine Oktave überschreitet, Venus dagegen bleibt immer auf demselben Ton.
Die 5.b-Klasse des Schuljahres 1993/94 mit Prof. Sepp Spanner wählte sich das Jupiter-Thema, um darauf verschiedene Motive aufzubauen bzw. letztendlich eine vollständige Komposition zu entwickeln. Durch die Zusammenarbeit mit dem BRG Dreihackengasse konnte dieses Werk für Orchester gesetzt werden und wurde im November 1994 im Minoritensaal uraufgeführt.
Es folgt der Struktur einer Passacaglia, deren einzelne Abschnitte die verschiedensten musikalischen Ausdrucksformen verwirklichen. Der Bogen reicht von schlichter, klassischer Harmonik bis zu einer Computercollage.
Somit wurde J. Keplers Anregung, gedacht für seine Zeitgenossen, nun endlich verwirklicht.
  
 
"Nun muß es lauter schallen, Urania, indem ich über die harmonische Leiter der himmlischen Bewegungen in größere Höhen aufsteige, dorthin, wo das wahre Urbild des Weltenbaus verborgen und verwahrt ist. Folgt mir, ihr Musiker von heute, und bildet euch selber ein Urteil nach euren Kunstregeln, die dem Altertum noch nicht bekannt waren. Euch hat als die ersten, in denen sich das Weltall wahrhaft spiegelt, die allzeit verschwenderische Natur nach zweitausendjährigem Brüten endlich in den letzten Jahrhunderten hervorgebracht. Durch eure mehrstimmigen Melodien, durch Vermittlung eurer Ohren hat sie dem menschlichen Geist, dem Lieblingskind des göttlichen Schöpfers, ihr innerstes Wesen zugeraunt.
Ist es unverschämt von mir, wenn ich von den einzelnen Komponisten unserer Zeit eine kunstgerechte Motette für meinen Lobpreis fordere? Einen geeigneten Text könnten der königliche Psalmist oder die übrigen Heiligen Bücher liefern. Doch merkt wohl, daß am Himmel nicht mehr als sechs Stimmen zusammenklingen. Denn der Mond summt für sich seine einstimmige Weise, bei der Erde wie an einer Wiege sitzend. Liefert eure Beiträge; daß die Partitur sechsstimmig wird, darüber verspreche ich eifriger Wächter zu sein. Wer die in meinem Werk dargestellte Himmelsmusik am besten ausdrückt, dem stellt Klio ein Blumengewinde in Aussicht und Urania verheißt ihm die Venus als Braut."
 

Texte

Nun fanget an
Hans Leo Haßler (1564-1612).
Aus: "Neue teutsche Gesang", Augsburg 1596
 

Nun fanget an ein guts Liedlein zu singen,
laßt Instrument und Lauten auch erklingen,
Lieblich zu musizieren, will sich jetzt gebühren
drum schlagt und singt, daß all's erklingt,
helft unser Fest auch zieren.
 

A lieta vita / An hellen Tagen
Giovanni Gastoldi. Aus: "Balletti a 5 voci", 1591

Lateinischer Text:

A lieta vita amor cin vita
fa la la la la la la la
Chi gioir brama, se di cor ama
donne ra'l core a un tal signore
fa la la la la ....

Deutscher Text:

An hellen Tagen, Herz, welch ein Schlagen!
fa la la la ....
Himmel dann blauet, Auge dann schauet,
Herz wohl den beiden manches vertrauet
fa la la la ....
Auf, laßt uns singen, Zeit froh verbringen!
Jugend verblühet, Alter sich mühet.
Freut euch der Stunde in dieser Runde!
Musik soll klingen, Freude uns bringen!
Lasset die Sorgen, denkt nicht an morgen.