Museumsraum zu Johannes Kepler


Sternkarte, Kosmischer Becher, Fernrohr

Im Jahr 1994 jährte sich zum vierhundertsten Mal der Tag, an dem Johannes Kepler nach Graz kam. Zu diesem Anlass errichtete ein Projektteam eine großangelegte Ausstellung über Johannes Kepler und seine Zeit.

Unter der Leitung von Jasenko Conka, Gerhard Rath und Hubert Meisterhofer arbeiteten Teams aus Schülern, Lehrern und Studenten an der Gestaltung. Unterstützt wurde das Projekt von der Stadt Graz, dem Land Steiermark sowie dem Club Lend.

Einen der damaligen Ausstellungsräume konnten wir erhalten, er stellt ein permanentes "Museum"  dar - eigentlich handelt es sich eher um einen Erlebnisraum speziell für Jugendliche. In diesem Raum sollen sie etwas über Johannes Kepler erfahren - insbesondere über seine unbekannteren Seiten: Harmonie, Geometrie, Astrologie, Mystik.


Öffnung und Führungen auf Anfrage

gerhard.rath(at)brgkepler.at


Der Ausstellungsraum zu Keplers Leben und Werk hat neben der Vermittlung diesbezüglicher Informationen zum Ziel, das Spannungsfeld zwischen Keplers empirisch-naturwissenschaftlicher und der magisch-spekulativen Seite erfahrbar zu machen. Dazu dienen auch die Gestaltung von Decke, Wänden und Fußboden.

Im Raum stehen einander zwei Seiten gegenüber, die sich aber gegenseitig durchdringen und ergänzen: Der dunkle Sternenhimmel, beleuchtet von der großen Sonne und eine alte Sternkarte (aus Astronomicum Caesareum von Apianus Petrus, 1533 - Gestaltung: Jörg Ehtreiber) , die jeweils eine ganze Wand füllen und sich auf der Decke des Raumes begegnen. Die Objekte, die man in unserer Zeit wohl der magischen oder der wissenschaftlichen Seite zuordnen könnte, sind bewusst nicht getrennt angeordnet, da für Kepler beide Seiten eine Einheit bildeten.

Vom Bild der Sonne ausgehend spannt sich ein maßstäbliches Modell ihres Planetensystems durch den Raum (im Bild: Jupiter). 

Das einzigartige Ikosaeder (3 Meter hoch, begehbar, innen verspiegelt) kontrastiert mit dem Modell des Sonnensystems.

Auf dem Fußboden des Raumes wurden Figuren aufgebracht, wie sie J. Kepler in seinem Werk Harmonice mundi zeigte und erörterte. In jenem Teil, der sich mit ebenen Vielecken befasst, behandelte Kepler unter anderem flächendeckende Anordnungen solcher Vielecke.

Flächendeckende Vielecke (aus: Harmonices mundi)